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01/21: Die "Immerdrauf" Linse.

Mein Standardzoom Nikon AF-S 24-120 mm f/4 VR ist eine "Immerdrauf" Linse. Ich nutze es für Schnappschüsse, Feste aller Art, Jubiläen., Veranstaltungen oder Karnevalszüge. Also immer dann, wenn ich schnell reagieren muss oder keine Zeit habe, ein Objektiv zu wechseln. Das Zoom bietet dafür einen äußerst praktischen Brennweitenbereich von gutem Weitwinkel (24 mm) bis zu ordentlichem Tele (120 mm). Diese Flexibilität bei den Aufnahmen ist der größte Vorteil des Objektives, bringt aber konstruktionsbedingt einige Nachteile mit sich. So ist die Vignettierung (Randabschattung) bei offener Blende (4.0-4,5) sichtbar, die Verzeichnung  im Weitwinkelbereich nicht zu extrem aber auffällig. Die Schärfe ist bei meinem Exemplar im Bereich von 35-90 mm am besten, kommt aber bei weitem nicht an Festbrennweiten in diesem Bereich wie 35 mm f1.4 oder auch das  AF-S 85mm f/1,4  heran.

Hin und wieder nutze ich das ältere Standardzoom AF-D 24-85mm mm f/2.8-4.0. Es ist kleiner, leichter und bietet einen besseren Makrobereich. Diese Konstruktion geht bei Nikon bereits auf das Jahr 2000 zurück. Der Autofokus wird noch über eine mechanische Verbindung von der Kamera gesteuert (AF-D) und funktioniert deshalb trotz FTZ-Adapter nicht an den neueren spiegellosen Kameras von Nikon Z 6 und Z 7.  Bei den neueren Autofokus-Objetiven sitzt ja der AF-Antrieb (AF-S) im Objektiv. Die alte Linse bietet im Weitwinkel (nur bei 24 mm) eine Blende mehr Lichtstärke und hat einen Makrobereich bis 1:2. Mehr leisten nur spezielle Makroobjektive. Das 24-85 mm hat keinen Bildstabilisator und reicht im Telebereich bis 85 mm, so wie auch das neuere AF-S 24-85 f/3.5-4.5 VR.  Wenn ich meine aktuellen Standardzooms vergleiche: In Sachen Schärfe sind beide ab Blende 5.6  auf ähnlichem Niveau. Bei offener Blende (4.0) hat das neuere AF-S 24-120 mm leicht die Nase vorne.

Das ältere 24-85mm ist im Nahbereich einen Tick besser, hat einen Blendeneinstellring und ist so mit vielen älteren Filmkameras (F4, F3) kompatibel.  Viele Berufsfotografen nutzen Nikons Referenz-Standardobjektiv AF-S 24-70 mm f/2.8. Schärfe und Kontrast scheinen im Vergleich zum 24-120 mm laut vielen Tests und Erfahrungsberichten etwas besser. Dieses Objektiv ist für meine Einsatzzwecke (Feste, Umzüge, Street) im Telebereich mit 70 mm aber viel zu kurz. Zwischen 70 und 120 mm liegen quasi "Welten". 

Einige Jahre hatte ich noch Zooms AF-S DX 17-55 f/2,8 (umgerechnet auf Vollformat 25,5-82,5 mm) mit der D 200 und das AF-S 24-120 mm f/3.5-5.6 VR mit der D 700 im Einsatz. Das 24-120 mm f3.5-5.6 war ein Reinfall.  Soft, "matschig" und mit einer brauchbaren Schärfe erst ab Blende 8 bzw. 11 nutzbar. Ken Rockwell (www.kenrockwell.com) zählt diese Linse zu den zehn schlechtesten Objektiven, die Nikon je produziert hatte. Kann ich bestätigen. Das AF-S 17-55 f/2.8 mm ist das schärfste Standard-Zoom von Nikon, das ich je benutzt habe. Es ist aber für das kleinere DX-Sensorformat (D 500) konstruiert.

Meine Standardzooms im Kurzvergleich:

AF-S 24-120 mm / 4.0: Sehr flexibel, Stabilisator, gute Schärfe, groß.

AF-D 24-85 mm / 2.8-4: Klein, leicht, Makro, noch gute Schärfe, gebraucht günstig.

AF-S 24-120mm / 3,5-5.6: Lichtschwach, soft, brauchbare Schärfe ab f/8.0.

AF-S DX 17-55 / 2.8:  Sehr gute Schärfe, nur für DX-Kameras, schwer, teuer.

Fotogalerie mit Standardzoom-Motiven: