Döring-Photo Döring-Photo

06/20: "Untold Stories" in Düsseldorf.

Peter Lindbergh hieß eigentlich Peter Brodbeck und wurde im polnischen Leszno (Lissa) geboren. Seine Ausstellung "Untold Stories" im Düsseldorfer Kunstpalast hat der weltbekannte Fotograf, der in Duisburg aufgewachsen ist, noch selbst konzipiert. Er starb in Paris im September 2019 und erlebte die Eröffnung nicht mehr. Viele Wochen blieb der Kunstpalast im März und April 2020 aufgrund der Corona Krise geschlossen. Dann öffnete diese wunderbare Location glücklicherweise seine Pforten. Und die Ausstellung wurde verlängert.  Man musste ein Zeitfenster-Ticket online buchen oder eben länger auf den Einlass warten. Der Zutritt war wie üblich nur mit Mundschutz möglich.

Eine "analoge Annäherung" auf Filmmaterial:

Lindberg fotografiert geradezu filmisch und in schwarz-weiß. Die Aufnahmen sind inspiriert von seiner Kindheit im Ruhrgebiet der 1950er Jahre und von frühen deutschen Filmen, erzählte er mal in einem Interview. Gezeigt werden mehr als 200 Aufnahmen  aus den  1980er Jahren bis in die Gegenwart, die den (Über)-Blick auf sein  Gesamtwerk präzisieren und Lindberghs Idee der Modefotografie deutlich machen. Was lag da näher, als sich einem Großmeister der (analogen) Fotografie ebenfalls analog auf Filmmaterial anzunähern.

 

 

Ich packe also meine Leica M4-II aus dem Jahr 1980 und ein 35mm/2.0 Objektiv ein. Einige (abgelaufene) Presschrome Diafilme finden noch in der Jackentasche Platz, das ist es dann. Zugegeben, die 100 ASA des Diafilms sind knapp für die Innenaufnahmen. Doch die hohen Säle im Kunstpalast sind wunderbar weich und hell ausgeleuchtet. Es geht also - mit offener Blende und grenzwertigen Verschlußzeiten aus der Hand. Schade nur, dass die öffentlichen Führungem wegen Corona gestrichen wurden. Denn die Informationen zu den Bildern sind spärlich. Formate und Präsentation dafür eine Wucht. Einige Motive scheinen Mafiafilmen  aus den 1970er Jahren entsprungen. Beeindruckend finde ich die intensiven Porträts: Jeanne Moreau, Antonio Banderas oder Nicole Kidmann. Und natürlich all die bekannten Supermodels. Lindbergh war der erste Fotograf, der Linda Evangelista, Naomi Campbell, Tatjana Patiz, Cindy Crawford und Christy Turlington für ein Titelbild-Shooting der britischen Vogue 1990 zusammenbrachte.

Den Nachnamen Lindbergh habe er sich übrigens zugelegt, weil der internationaler klang als Brodbeck, sagte der gelernte Schaufenstergestalter einmal. Zu der Ausstellung ist auch ein umfangreicher Katalog mit dem gleichnamigen Titel erschienen.



 

 

001 plindbergh

 Düsseldorf, Werbung am Joseph-Beuys-Ufer:   Leica M4-II, 2.0/35mm - Presschrome Diafilm (Ektachrome Variante).

 

003 plindbergh

Serie mit Supermodel Naomi Campbell.

 

004 plindbergh

Security vor beeindruckenden Formaten im Kunstpalast.

 

005 plindbergh

 Duo.

 

006 plindbergh

007 plindbergh

Peter Lindbergh Ausstellung:  mit Zeifenster-Ticket und Mundschutz im Düsseldorf Kunstpalast.

 

008 plindbergh

 

010 plindbergh

Milla Jovovich und Naomi Campbell  -  "Untold Stories" von Peter Lindbergh, Kunstpalast Düsseldorf.


009 plindbergh

Peter Lindbergh Ausstellung "Untold Stories" -  Düsseldorf Kunstpalast.

 



 Alle Aufnahmen sind mit Leica M4-II (Bj.1980) und Objektiv Summicron 2.0/35 mm auf Kodak-Presschrome Diafilm (100 ASA) entstanden.

002 plindbergh

Leica M4-II + Minolta Belichtungsmesser IVF + Kodak-Presschrome (Ektachrome) Diafilme.

Der Presschrome ist meine Ansicht eine leicht abgeänderte Variante des Klassikers Kodak Ektachrome mit etwas steilerem Kontrast und intensiveren Rot-und Blautönen. Die Filme sind bereits 2001 abgelaufen, aber erstaunlicherweise noch gut verwendbar. Ich habe sie die lange Zeit  kühl im Keller gelagert (Kühlschrank wäre besser - da halten sich Filme fast ewig). Ein leichter Schleier, der die Schärfe mindert ist je nach Motiv sichtbar und auch hin und wieder eine Farbverschieung zu Blau/Magenta in den Schatten (Tiefen). Weil die Leica keinen eingebauten Belichtungsmesser, kein Autofokus oder sonstige Automatik hat, nutzte ich gerne den Belichtungsmesser Minolta IVF für die Lichtmessung. Die Filme habe ich bei DM (CEWE-Großlabor) ohne Rahmung entwickeln lassen. Die Qualität ist für ein Großlabor und den Preis (2 €-Filmentwicklung - E6 Prozeß) sehr gut, keine Kratzer oder Fingerabdrücke. Der entwickelte Diafilm kommt dann in Vierer-Streifen nach rund zehn Tagen stabil eingetütet zurück. Die Einzeldias aus den Streifen scanne ich mit dem Filmcanner Nikon Coolscan 5000  im 16 Bit NEF-Format (Nikon Rohdatei) ein und wandle diese in Photoshop CS-6 in kleine JPEG um.